OLG Hamburg

Unzulässige Verlinkung

Der Link auf eine fremde Homepage, dessen Inhalt dann inkorporiert auf der eigenen Homepage aufgerufen wird, ist unzulässig, wenn der Dritte nicht ausdrücklich zugestimmt hat.

(OLG Hamburg, Urteil vom 22.02.2001 - 3 U 247/00)

Der Beklagte betreibt einen Versandhandel. Auf seiner Webseite befindet sich ein Link auf die Homepage der Klägerin, die dort ein von ihr verlegtes Lexikon bereitstellt. Der Nutzer wird nicht per Link auf die Homepage der Klägerin weitergeleitet, sondern er kann deren Inhalte in einem Fenster auf der Webseite des Beklagten einsehen. Dies wurde dem Beklagten gerichtlich untersagt. Denn die Datenbank der Klägerin ist als persönliche geistige Schöpfung urheberrechtlich geschützt. Dass sie ihr Werk im Internet frei zugänglich macht, stellt keine Zustimmung zum Vorgehen des Beklagten dar. Zulässig wäre ein Link des Beklagten auf die Homepage der Klägerin, wenn der User beim Anklicken des Links auf deren Homepage wechseln würde. Rechtswidrig ist die Verlinkung hier, weil der Inhalt der fremden Homepage inkorporiert, also in einem Fenster auf der eigenen Homepage des Beklagten eingesehen werden kann. Damit macht sich der Beklagte die Schöpfung der Klägerin rechtswidrig zu eigen.


Quelle: Vogel IT-Medien GmbH, IT-Business News


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