OLG Frankfurt

Abberufung des Geschäftsführers

Die Handlung eines GmbH-Geschäftsführers gegen den
ausdrücklichen Willen des anderen Geschäftsführers stellt
einen schwerwiegenden Pflichtenverstoß dar, der einen
wichtigen Grund für die Abberufung bedeuten kann.

(OLG Frankfurt, Urteil vom 16.09.1999 - 15 U 238/97)

Die Parteien des Rechtsstreits sind Geschäftsführer und Gesellschafter einer GmbH. Ursprünglich zur Alleinvertretung berechtigt, schlossen Sie eine Vereinbarung, dass sie künftig nur noch gemeinsame Entscheidungen treffen werden. Nachhaltig zerstritten und quasi vom Mitgeschäftsführer blockiert, nahm der Kläger gegen den ausdrücklichen Willen des Mitgeschäftsführers eine dringende Handlung vor. Daraufhin berief ihn der Mitgeschäftsführer aus wichtigem Grund als Geschäftsführer ab.
Die Klage gegen die Abberufung hatte keinen Erfolg. Der Geschäftsführer einer GmbH kann wirksam abberufen werden, wenn ein "wichtiger Grund" vorliegt: Ein Umstand, der den Verbleib des Abberufenen in seiner Geschäftsführerstellung für die Gesellschaft unzumutbar macht. Sind zwei oder mehrere Geschäftsführer (und meist gleichzeitig Gesellschafter) so zerstritten, dass eine Zusammenarbeit zwischen ihnen nicht mehr möglich ist, so kann jeder von ihnen abberufen werden, wenn er durch sein Verhalten zu dem Zerwürfnis beigetragen hat.


Quelle: Vogel IT-Medien GmbH, IT-Business News, Ausgabe 20/2001


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