OLG Köln

Schadensersatz bei Unebenheiten

Mit Niveau-Unterschieden im Innenbereich eines Geschäfts bzw. Einkaufszentrums von einem bis anderthalb Zentimetern muss der Kunde nicht rechnen. Gegebenenfalls macht sich der Unternehmer schadensersatzpflichtig.

(OLG Köln, Beschluss vom 28.06.2000 - 22 W 22/00)

Der Kläger begehrt Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen einem Unfall im Einkaufszentrum der Beklagten. Er behauptet, wegen einer Mulde von einem bis anderthalb Zentimetern zu Fall gekommen zu sein.
Das Gericht wies darauf hin, dass der Kunde mit einem Niveauunterschied im Innenbereich eines Geschäftes nicht zu rechnen braucht. Kommt er wegen derartigen Unregelmäßigkeiten zu Fall, steht ihm ein Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gegen den Betreiber wegen Verletzung dessen Verkehrssicherungspflicht zu. Die hohen Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht im Innenbereich begründet das Gericht weiter damit, dass der Kunde durch die Angebote und Waren abgelenkt sein. Allerdings musste sich der Kläger für seine Unachtsamkeit ein Mitverschulden von 25 Prozent anrechnen lassen.
Im Außenbereich, also auf einem Parkplatz oder Weg hätte der Höhenunterschied keinen Anspruch des Verletzten begründet. Dort muss er mit Unregelmäßigkeiten im Belag rechnen.


Quelle: Vogel IT-Medien GmbH, IT-Business News, Ausgabe 20/2001


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