AG Neumünster

Brille für den Bildschirm

Ein Beschäftigter, der gewöhnlich bei seiner Arbeit ein Bildschirmgerät benutzt, hat einen Anspruch, dass ihm der Arbeitgeber eine Bildschirmbrille zur Verfügung stellt.

(Arbeitsgericht Neumünster, Urteil vom 20.1.2000 - 4 Ca 1034/99)

Der bei der Beklagten angestellte Arbeitnehmer klagt auf Erstattung der Kosten für eine Brille. Diese benötigt er bei Arbeiten am Bildschirm. In die Brille ist unter anderem eine Extra-Linse zum Lesen eingearbeitet.
Das Gericht hat den Arbeitgeber zur Übernahme des Anteils an der Brille verurteilt, den die Krankenkasse des Arbeitnehmers nicht ersetzt hat.
Dies begründet das Gericht mit Paragraf 6 der Verordnung über Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten. Danach hat der Arbeitgeber jenen Beschäftigten, die ihre wesentliche Arbeitszeit am Bildschirm erbringen, notwendige Sehhilfen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Welcher Umfang "wesentlich" im Sinne dieser Vorschrift ist, muss dann im Einzelfall ermittelt werden.
Keinesfalls besteht jedoch ein Anspruch auf eine teure Gleitsichtbrille. Der Anspruch ist auf die günstigere Bifokalbrille mit Standardgläsern beschränkt.


Quelle: vmm-verlag, IT-Business News, Ausgabe 5/2001


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