BGH

Betrug am Automaten

Wer unbefugt auf den Ablauf eines Datenverarbeitungsvorgang einwirkt, begeht Computerbetrug im Sinne des Paragraph 263 a Strafgesetzbuch.

(BGH, Urteil vom 22.11.1999 - 2 StR 376/99)

Der Angeklagte hatte mit Hilfe eines von ihm entwickelten Gerätes an einem Geldautomaten zahlreiche Kontodaten und Geheimnummern gesammelt und gespeichert. Mit Hilfe eines Codiergerätes übertrug er die Daten auf Scheckkarten-Blankette und hob bei Geldautomaten mit nicht funktionierender MM-Box von fremden Konten insgesamt rund 140 000 DM ab.
Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Paragraph 263 a des Strafgesetzbuches regelt den Computerbetrug wie folgt: "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorganges durch unrichtige Gestaltung des Programms, durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflußt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
Diesen Tatbestand hat der Angeklagte erfüllt, indem er dem Bankautomaten die unrichtige Entscheidung entlockt hat, Geldscheine zur Entnahme freizugeben. Problematisch ist die Auslegung des Wortes "unbefugt". Die Gerichte beziehen dies auf das vertragliche Dürfen, also darauf, ob der Täter zur Verwendung der Daten und zum Einwirken auf den Datenverarbeitungsvorgang befugt ist
.


Quelle: vmm-verlag, IT-Business News, Ausgabe 45/2000


|zurück|