OLG Düsseldorf

Blickfang bei Leasing-Werbung

Die blickfangmäßige Hervorhebung eines Leasingpreises ist unzulässig, wenn es sich nach der Darstellung im Kleingedruckten lediglich um einen Ab-Preis handelt.

(OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.12.1998 - 20 U 71/98)

Die Beklagte warb für ihr Leasingangebot in einer Zeitschrift mit der Überschrift "unter 2 Mark am Tag!" Im Kleingedruckten wurde präzisiert "bei einer Anzahlung von mindestens". Die Klägerin, die ein Konkurrenzprodukt vertreibt, sah hierin eine unzulässige Blickfangwerbung.
Das Gericht hat der Klägerin Recht gegeben. Eine blickfangmäßige Werbe-Headline darf nicht unrichtig oder für Verbraucher missverständlich sein. Maßgeblich ist der erste Blick des Betrachters. Unerheblich ist, wenn die Werbeaussage bei näherem Befassen richtiggestellt wird, etwa durch das Kleingedruckte. Im vorliegenden Fall erweckt die Headline den Eindruck, bei der Leasingrate von knapp zwei Mark handle es sich um eine Obergrenze. Diese Irreführung macht sich hier die Beklagte unzulässig zu Nutze. Sie hat demnach die Werbung zu unterlassen.


Quelle: vmm-verlag, IT-Business News, Ausgabe 15/2000


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